Scream (Serie)

Horror, Review, Serie, Thriller

Mit Scream schaffte Wes Craven eine Filmreihe, die insbesondere durch sein Spiel mit der Metaebene berühmt wurde. Ein typischer Teenie-Slasher, der nicht nur aufgrund seiner Spannungsbögen, sondern auch durch seine Referenzen auf andere Horrorfilme Ruhm erlangte. Denn die Protagonisten und Antagonisten von Scream bewegen sich in einem Filmuniversum, in dem sie sich über die Existenz von Horrorfilmen bewusst sind, insbesondere über die der typischen Klischees. Oft werden diese bewusst angesprochen, und trotzdem erfüllt, womit suggeriert wird, dass im realen Leben nicht immer logisch agiert wird, weil nicht hinter jeder Tür der Tot zu erwarten ist.

2015 erschien nun die Serie zur berühmten Slasher-Reihe. Es ist der Versuch, das alte Rezept auf die neue Zeit zu übertragen. Waren es früher überwiegend Handys, die verwendet wurden um die Opfer in Angst zu versetzen, so kommen heute soziale Netzwerke und Smartphones hinzu.

Mit Maske, Messer und Kapuzenmantel
Die Serie beginnt, Scream typisch, mit einem Mord, der über das gängige Eröffnungsmuster vollzogen wird, und gleichzeitig als Homage am Original zu verstehen ist. Der Mörder ruft sein Opfer an, verstrickt es in ein rhetorisches Spiel, und jagt es letztendlich mit Maske, Messer und Kapuzenmantel durch und um das Haus. Hier bekommt man zum ersten Mal das neue Design des Mörders zu Gesicht. Die neue Maske ist nicht annähernd so ikonisch wie die im Original, dies liegt aber darin begründet, dass die Maske mit einer Origin-Story erklärt, die ein markantes Aussehen der Glaubwürdigkeit willen eher verbietet. Man gewöhnt sich an den Anblick, könnte ihn aber fast schon für zu unspektakulär halten.

Scream auf Serienlänge
Die Hauptfrage, die sich vermutlich jeder Fan der Filmreihe stellt, bevor er in die Serie startet ist, ob Scream in Serienlänge funktionieren kann. Diese Frage wird, (fast typisch für Scream, aber dennoch clever, genau weil es so typisch ist), auf der Metaebene in der Serie selbst beantwortet. Einer der Figuren, bei der man wie bei so viele nicht weiß, ob Pro- oder Antagonist, spricht über Horrorfilme im Serienformat, und thematisiert darin, die Vorteile, die eine solche Serie bietet. Und diese hat man auch gut getroffen. Natürlich möchte man in einer Slasher Serie auch die Szenen sehen, für die das Genre bekannt ist. Aber fernab der Horrortaten schafft man es, die Anfangs klischeebehafteten Charaktere mit Tiefe zu versehen, und ihnen eine Entwicklung zu geben, die bei durchschnittlich 90 Minuten Laufzeit kaum möglich gewesen wären, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken.

Ein weiterer Aspekt, der die Screamreihe auszeichnete ist, dass man anders als bei anderen Slashern wie Freitag der 13., Nightmare on Elmstreet oder Halloween, die alle dieser Slasher-Ära entstammten, nicht weiß wer der Mörder ist. So ist ein Teil des Erlebnisses das Rätselraten. Und natürlich ist das bei der Serie nicht anders. Gezielt werden bei Scream Nebelkerzen gezündet, die permanent den Verdacht auf so ziemlich jeden verstärken, oder entschärfen. So stellen sich natürlich am Ende eine oder mehrere Personen als Mörder heraus, die man bereits von Anfang an verdächtigte, aber dann auch wieder doch nicht. Der Nachteil daran, dass man jeden verdächtigt ist natürlich, dass man am Ende recht behält, weil man jeden der Teilnehmer als potenziellen Mörder auf dem Schirm hatte, und somit keine große Überraschung aufkommen kann. Nichtsdestotrotz ist man sich seiner Entscheidung nie sicher, weil die Serie es schafft, gezielt den Verdacht zu lenken.

Leider gibt es in der Mitte der Serie hin und wieder Spannungshänger, da dort gefühlt wenig passiert, wobei die Folgen an sich keinesweges schlecht sind. Insbesondere die Analysen des Film und Serien Nerds der Serie, und die Diskussionen die er mit seinem Lehrer im Filmkurs führt sorgen zumindest für interessante Aspekte, die etwas darüber hinwegtrösten dass die Story inhaltlich kaum weiter erzählt wird. Der Umfang dieser Zeitfüller beträgt jedoch nur in etwa 2-3 Folgen, wonach die Spannungsschraube auch wieder anzieht.

Scream ist Scream ist Scream
Die Filmreihe ist durchaus umstritten. Während viele der Aspekte von Filmfans gefeiert werden, gibt es auch einige Schwachstellen, die Scream seit jeher hatte. Teileweise überzeichnete Charaktere, und unglaubwürdige Momente, gerade in den späteren Filmen. Auch in der Serie gibt es die typischen Filmkrankheiten. So ist es zwar erfrischend, wenn die Charaktere sich dessen bewusst sind, dass es falsch wäre, sich in einer der Situationen zu trennen, eine richtige, nachvollziehbare Begründung warum sie es trotzdem tun wollen, bleibt aber aus. Am Ende bleibt es eine Horrorreihe, die von dummen Entscheidungen der Figuren lebt, und anders kaum funktionieren würde. Jedoch ist es durchaus möglich, glaubwürdigere Szenarien zu schaffen. Trotzdem kann man mit der Serie seinen Spaß haben. Gerade als Fan des Genres, und insbesondere der Reihe kommt man auf seine Kosten. Der Transport in die Serienwelt ist größtenteils geglückt, mit allen Vorteilen, und Nachteilen die das mit sich bringt. Gute Slasher Momente tragen ihr übriges zur Unterhaltung bei.

(Bewertung: Erste Staffel)

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