BoJack Horseman

BoJack Horseman

Review, Serie

“Back in the 90’s, I was in a very famous TV-Show”.

Die erste Zeile des Outrosongs verrät eigentlich schon alles, was man in über diese skurrile Animationsserie für Erwachsene wissen muss. Wobei, ein entscheidendes Detail fehlt. Der Hauptcharakter BoJack ist nämlich nicht nur ein ehemaliger TV-Serienstar, sondern auch ein Pferd.

Worum geht es nochmal?
Der Charakter BoJack Horseman spielte in den 90ern die Hauptrolle in der Serie Horsin’ Around. Im Verlauf der Netflixserie sieht man immer wieder Ausschnitte daraus, die die typischen 90er Jahre Serien wie “Full House” oder “Wer ist hier der Boss” parodiert. BoJack neigt zu Depressionen, und hängt an seiner alten Serie. Er schaffte es zu Ruhm und Reichtum, machte zuletzt jedoch nur mit Alkoholeskapaden und Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Er versucht seinen Ruf wieder herzustellen indem er ein Buch über sich schreibt. Da ihm das mehr schlecht als recht gelingt, wird ihm eine Schriftstellerin als Ghostwriter zur Seite gestellt. Das ist im Prinzip die Ausgangslage, mit der man startet. Die Story entwickelt sich dabei kontinuierlich weiter. Es gibt keinen Status Quo, bei den man am Ende der Folge wieder landet. Durch die bisher drei Staffeln zieht sich dann jeweils auch ein roter Storyfaden, vergleichbar mit Kapiteln im Leben des BoJack Horsemans. Dabei lernt man seine Vergangenheit besser kennen, sowohl seine Kindheit, als auch sein Leben als Star in den 90ern, und seinen jetzigen Werdegang. Das BoJack ein Pferd ist, spielt dabei kaum eine Rolle. Viel eher ist es in dieser Welt normal, dass humanoide Tiere unter den Menschen leben. So ist BoJacks Agentin eine Katze, sein “Freund” aus dem Showgeschäft Mr.Peanutbutter ist ein Hund. Das wirkt in der Erzählung alles relativ albern, bietet aber gute subtile Gags, die die sonst eher traurige Welt des BoJacks auflockern.

BoJack Horseman statt BoJack Pferdemann – Die Synchronisation
Wenn man den Voiceacting Cast hinter der Serie sieht, kann man erahnen dass die Dialoge umso mehr fesseln, denn neben Will Arnett, der den BoJack spricht, sind auch Aaron Paul, bekannt aus Breaking Bad, Alison Brie bekannt aus Community, und Amy Sedaris – unter anderem bekannt aus School of Rock und mehreren Sprecherrollen, beispielsweise bei American Dad und Bob’s Burgers. Die Sprecher holen sehr viel lustige, aber auch ernste Momente aus ihren Charakteren raus, sodass die originale Fassung absolut empfehlenswert ist. Insbesondere Aaron Paul spricht einen Charakter, der durch seine Stimme großartig funktioniert.

Ernsthaftigkeit, wo man keine erwartet
Wenn man das erste Mal durch die Netflixbibliothek streift (es handelt sich um ein Netflix Original), und über diese Serie stolpert, erwartet man vermutlich nichts. Es wirkt wie eine typische Klamauk-Serie, wie man sie aus MTV-Zeiten gewohnt ist. Doch auch hier steckt mehr dahinter, als man am Anfang vermutet. Wie bei anderen Genrevertretern wie South Park, Rick & Morty und Co. bietet die Serie mehr hinter der anfänglich kindisch wirkenden Fassade. BoJack karikiert das Leben eines ehemaligen Superstars äußerst gut, und hat neben den vielen unterhaltsamen, auch einige starke dramatische Momente, die der Serie eine unerwartete Tiefe verleihen. Dabei werden zwar bekannte Stereotypen dargestellt, über die Dauer werden diese aber zu nachvollziehbaren und interessanten Charakteren. BoJack Horseman lockt den Zuschauer mit dem Anstrich einer oberflächlichen Comedyserie, ist aber in Wahrheit eine sehr gut geschriebene Animationsserie über Depressionen, die Gesellschaftskritik beinhaltet, und über gut geschriebene Dialoge zum Nachdenken anregt. Dabei ist man im permanenten Wechsel zwischen lustigen, und lockeren Momenten, und düsteren, traurigen Kapiteln.

Fazit
BoJack Horseman hat einen Zeichenstil, an den man sich gewöhnen muss, Humor, der nicht jedermanns Sache ist, und eine Tiefe und Dramatik, die man nicht erwartet. Es ist schwer auszumachen, für wen die Serie etwas ist. Zappt man das nächste mal durch die Netflixbibliothek, kann man ihr aber eine Chance geben. Mindestens drei Folgen sollte man sich dabei Zeit lassen, um entscheiden zu können ob es den eigenen Geschmack trifft. Mit etwas über 20 Minuten pro Folge ist es auch ein entspanntes ansehen. Für meine Verhältnisse reiht sich BoJack Horseman zu meinen Favoriten ein, da man sich, wenn man sich darauf einlassen kann, über die volle Länge durchweg unterhalten fühlt.

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